Die Stadtteile
Immenhausen - Holzhausen - Mariendorf
Die Stadt Immenhausen
Schon um 5.000 v. Chr. war eine 12-14 ha große Gemarkungsfläche nachweislich von den sog. Band-keramikern besiedelt, deren Spuren eine archäologische Grabung 1999 zutage förderte.
Als Stadt blickt Immenhausen auf eine über 700-jährige Geschichte zurück, denn um 1298 gründete der erste hessische Landgraf Heinrich I. Immenhausen als wehr-hafte Anlage. Noch heute umschließt die rd. 3 km lange Ringmauer mit ihren beiden Türmen den historischen Stadtkern mit ihren liebevoll sanierten Fachwerkhäusern. Die stattliche spätgotische ev. Kirche „St. Georg“ und das barocke Rathaus stehen als markanteste Gebäude im Mittelpunkt der Stadt. In Immenhausen verbindet sich die Bewahrung denkmalgeschützter Bausubstanz hervorragend mit einer modernen Infrastruktur und macht die Stadt zu einer liebens- und lebenswerten Wohngemeinde. Dazu trägt auch die reizvolle geografische Lage am Rande des Naturraumes Reinhardswald und die geringe Entfernung zu dem nordhessischen Oberzentrum Kassel bei. Immenhausen wurde durch die damalige Glashütte des schlesischen Glaskünstlers Richard Süßmuth und durch den Fund einer originalen Gutenberg-Bibel weltbekannt. Der Tradition der Glasmacherei hat die Stadt ihr äußerst sehenswertes Glasmuseum gewidmet.
Im Rahmen der Stadtsanierung sind in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden, die zu einer erheblichen Steigerung der Attraktivität der Stadt beigetragen haben. Insbesondere der Bau der Teilorts-umgehung als eine der wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen in der Geschichte der Stadt hat die Lebensqualität wesentlich erhöht. Durch die Erweiterung des Gewerbegebietes und die Senioren-Einrichtung der Lungenfachklinik für „Altersgerechtes und betreutes Wohnen“ konnte sich Immenhausen zu einer wirt-schaftlich aufstrebenden Kleinstadt entwickeln.
All diese Faktoren haben die Stadt Immenhausen mit ihren Stadtteilen Holzhausen und Mariendorf zu einem interessanten Anziehungspunkt für den Tourismus werden lassen. Die Mitgliedschaften in der bekannten „Deutschen Märchenstraße“ und der Region „Märchenland Reinhardswald“ haben diesen positiven Trend in den vergangenen Jahren außerordentlich begünstigt.
Der Stadtteil Holzhausen
Der Stadtteil Holzhausen, direkt am Reinhardswald gelegen und hat eine fast 1000-jährige nachweisbare Geschichte. Zu den historisch bedeutenden Bauwerken zählt die kleine romanische ev. Kirche „St. Johannis“ sowie das ehemalige Rittergut, das heute als Amthof bekannt ist. Auch Holzhausen hatte unter zahlreichen Bränden zu leiden, die das ursprüng-liche Ortsbild zerstört haben. Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert war der Braunkohlebergbau die wichtigste Erwerbsquelle der Bevölkerung. Durch vielfältige Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren, wie z.B. die Neugestaltung des Bürgerhauses und die Sanierung der ehemaligen Schule in der Kasseler Straße, sowie die Ausweisung von Neubaugebieten ist Holzhausen zu einem überaus attraktiven naturnahen Wohnort geworden.
Seit 2001 hat der Stadtteil durch den Nachwuchs-Literatur-Wettbewerb „Holzhäuser Heckethaler“ Bekanntheit weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erreicht.
Der Stadtteil Mariendorf
Mariendorf ist der kleinste und auch zugleich der jüngste Stadtteil. Seine Gründung geht auf die Ansiedlung franzö-sischer Glaubensflüchtlinge durch Landgraf Carl im Jahr 1687 zurück. Charakteristisches Merkmal des Ortes ist die kreuzförmige Anlage, vermutlich von dem langräflichen Baumeister Paul-du-Ry angelegt, mit der ev. Saalkirche im Mittelpunkt. 1688 schenkte der Langraf das Dorf seiner Gemahlin Maria Amelia, die dem Ort den Namen Mariendorf gab. Die Einwohner lebten vom 17. bis Anfang des 20. Jahr-hunderts vom Braunkohle- und Tonabbau, der auch das Töpfereihandwerk förderte. Nach dem Gemeindezusammen-schluss 1970 erfolgten erste Straßenbaumaßnahmen und die Erweiterung des Siedlungsgebietes in Richtung Ahlberg, einem idyllischen Wohngebiet direkt im Reinhardswald. Durch die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm konnte die Einrichtung einer Gaststätte, der Umbau und die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses sowie die Sanierung des ev. Gemeindehauses in der jüngsten Zeit abgeschlossen worden. Weitere gestalterische Maßnahmen im historischen Ortskern werden in absehbarer Zeit folgen.