Aktuelle Informationen zum Stand der Planungen für den Kindergarten Holzhausen
Li
ebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Es ist davon auszugehen, dass ab 2011 nur 2 Kindergartengruppen in Holzhausen betreut werden müssen. Die noch zweistelligen Geburtenzahlen reduzieren sich von Jahr zu Jahr (2009: 7). Die Bertelsmannstudie sagt für uns einen weiteren Rückgang um 25% bis 2025 voraus. Wie sich das dann auf die Auslastung aller Kindergärten auswirkt, kann sich jeder vorstellen.
Bei einem Behördentermin am 20.01. wurden die geplanten Baumaßnahmen für den Einbau des Kindergartens in das Bürgerhaus diskutiert und für möglich erachtet, auch die Planungsalternativen. Die Planungen werden nicht weiter betrieben, da ein Bürgerbegehren anhängig ist. Auf die Unterstellungen der „Bürgerinitiative" gehe ich hier nicht ein.
Zum Sachstand:
- Für beide Planungsvarianten wurde das gleiche Raumprogramm (Vorgaben der Fachaufsicht) berücksichtigt. Statt der bisherigen ca. 340 m² Nutzfläche sind dafür etwa ¼ mehr vorgesehen.
- Der integrierte Kindergarten ist kein „Provisorium“. Die Ausstattung in beiden Planungsvarianten ist entsprechend.
- Wenn die Versicherungsleistung von ca. 775.000 € für einen Neubau von 340 m² ausgezahlt wird, dürfte klar sein, dass die veranschlagten ca. 925.000 € für einen Kindergarten mit einer Mehrfläche von etwa 1/4 noch gering gerechnet sind.
- Die Architektin hat erklärt, dass mit der Versicherungsleistung von ca. 545.000 €, wenn der Kindergarten in das Bürgerhaus integriert wird, die geplanten Um- und Erweiterungsbauten möglich sind.
- Im Erdgeschoss sind 3 Gruppenräume vorgesehen, der 3. steht mittelfristig für Therapiemaßnahmen zur Verfügung. 2 sind dach Süden, einer nach Westen (bisherige Bücherei) ausgerichtet. Alle befinden sich ebenerdig im Erdgeschoss. Die Fensterflächen werden vergrößert, die zurückspringenden Mauern werden nach vorn geholt, so dass die Räume deutlich heller werden.
- Über das vorhandene Treppenhaus können die Kindergartenkinder direkt in das Obergeschoss und somit in die Turnhalle gelangen.
- Nach dem Umbau ergeben sich optimale Betreuungsmöglichkeiten, bessere gab es in der Stadt Immenhausen nie.
- Das Obergeschoss steht dann wieder für öffentliche Nutzung zur Verfügung. Eine neue Treppenanbindung könnte von Westen aus direkt ins Obergeschoss führen (Anbindung über dem jetzigen Haupteingang).
-Teile des Gastronomiebereichs stehen mit der Kegelbahn weiter zur Verfügung. Die Bewirtschaftung ist in Eigenregie möglich. Gleiches gilt für das gesamte Obergeschoss. Jeder Verein bzw. Nutzungsinteressierte kann sich für die Bewirtschaftung den Wirt seiner Wahl nehmen – so wie es in der Vergangenheit immer gewünscht wurde!
- Der Erlass des HmdI zwingt uns zu dieser vernünftigen Entscheidung. Da in den letzten 6 Jahren 5 Wirte scheiterten, ist nicht davon auszugehen, dass ein 6. Erfolg hat. Fast 500 m² auf Dauer ungenutzt rumstehen zu lassen, ist gerade in der heutigen Zeit unverantwortlich. Sinnvolle Ressourcennutzung ist daher geboten. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Gaststätte im Bürgerhaus bei den Einwohnern keine Akzeptanz findet.
- Fast alle Holzhäuser Vereine haben sich für das Deutsche Haus entschieden. Sollte tatsächlich im Bürgerhaus eine gewisse Auslastung möglich sein, würde dies dazu beitragen, dass das Deutsche Haus geschwächt würde (auf das Forsthaus würde sich dies nur marginal auswirken), was dann vielleicht langfristig dazu führen könnte, dass keine Vereinsgastronomie mehr in Holzhausen zur Verfügung steht. In einigen Nachbarorten der Größe Holzhausens ist das leider schon traurige Realität.
- Im Zuge der Umbaumaßnahmen können notwendige Dämmmaßnahmen an der Außenfront des Gebäudes berücksichtigt werden, die im Sinne von Nachhaltigkeit zu weiterer dauernder Kostenreduzierung beitragen werden.
- Bei Integration in das Bürgerhaus bleibt als Option der Anbau einer Grundschule an das Bürgerhaus möglich. Die Verwaltung teilte bereits mit, dass bei klassenübergreifendem Unterricht ca. 300 m² für das Gebäude und 250 m² Schulhoffläche benötigt würden. Die Mitnutzung der Sporthalle wäre so gegeben. Evtl. könnte bei entsprechender Teilnehmerzahl Nachmittagsbetreuung, gemeinsames Mittagessen ... organisiert werden.
- Dass ein Gebäude, das nicht gebaut wird, nicht abgeschrieben (2% pro Jahr), nicht unterhalten werden muss (2% pro Jahr) und auch keine Energiekosten, Reinigungskosten … (ca. >25.000 €) zusätzlich verursacht, sollte einsichtig sein. Man kann sich – und offensichtlich tun das einige - trotz besseren Wissens hier was zusammenrechnen, dass es „passt“.
Wir haben in diesem Jahr die Grundsteuer B, die uns alle belastet, und die Gewerbesteuer erhöhen müssen; trotzdem haben wir ein hohes Defizit im Haushalt, das wir durch alle sinnvollen Möglichkeiten im Laufe des Jahres noch reduzieren wollen.
Auf Grund der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung werden sich zudem die Wasser- und Kanalbenutzungsgebühren stetig erhöhen, da die Kosten für Neubaumaßnahmen in diesen Bereichen auf die Gebühren umgelegt werden sollen.
Da das Ziel des Erlasses von Innenminister Bouffier der Haushaltsausgleich bei allen Gemeinden ist, müssen sich diese Gedanken machen, wie sie auch die Einnahmeseite kontinuierlich verbessern. Wenn wir nicht alle Ausgaben kritisch überprüfen, müssen wir möglicherweise jährlich die Steuern anpassen. Sie erkennen sicher einen Automatismus?!
Der Minister teilte einem Holzhäuser Bürger wörtlich mit: " Bei kommunalen Investitionen ist mit besonderer Sorgfalt aus allen in Betracht kommenden Möglichkeiten durch einen Wirtschaftlichkeitsvergleich, mindestens durch einen Vergleich der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie der Folgekosten, die für die Kommune wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln." Das ist deutlich!
Falls Sie weitere Fragen haben, stehen Ihnen die Verwaltung und der Unterzeichner gern zur Verfügung.
Herbert Rössel
Bürgermeister